Einmal laminieren bitte 1v2

Ja nachdem Brise jetzt so schön saubergeschliffen ist, kann ich mit den ersten Lagen Laminat beginnen. Ich habe das vorher beruflich auch schon ein paar Male gemacht aber nie in so einem Größenumfang. Da spielt Zeit, Motivation und Investion auf einmal eine große Rolle. Bei der Auswahl des Harzes habe ich auf eine ganz einfache Grundregel gesetzt. Es soll extrem stabil und pflegeleicht bleiben. So kam ich nur auf das Material Epoxyd Harz da dieses mit seiner Handhabung um ein vielfaches einfacher zu verarbeiten ist als andere Harze. Unterschiede zu Polyester Harz gibt es als Beitrag wenn es interessiert 🙂 Die Verarbeitung von Laminat in solch einem Verfahren erfordert eine genaue Abfolge und Vorbereitung. Das Laminieren sollte niemals alleine erfolgen. Als Faustregel hab ich hierfür gelernt sobald du ein Material verarbeitest das eine zweite Komponente erfordert… sprich ein reaktives Material dann Achtung da es Gase aus der Reaktion absondert die ohne Schutzkleidung höchst giftig sind und Ohnmacht oder Schwindel auslösen könnten. Den Kiel habe ich mir dann als erstes vorgenommen. Von unten wurde mit einer Epoxy-Holzmehlmischung die letzten Unebenheiten unterhalb und längs des Kiels ausgebessert und mit 3 Lagen Glasfasermatte a 300g/qm² auflaminiert.
Die Kalfaternähte wurden restlos vom Rumpf entfernt und die Aussparrung hierfür wurde „sauber“ geschliffen. Eine sehr aufwendige Prozedur aber so lässt sich sicherstellen das sich so schnell keine Faulen Stellen bilden.
Sobald die Aussparungen gereinigt und getrocknet waren, ging es über zum Auffüllen der Nähte. Hier habe ich mich folgender Logik bedient und hoffe nicht enttäuscht zu werden.. Ein jemand meinte zu mir das auffüllen mit reinem Kit würde reichen. Ich konnte mir das nicht so recht vorstellen und habe die Theorie erweitert indem ich einmal komplett zur Bordwand hoch alles mit Leisten und Kit aufgefüllt habe. So soll die Spannung im Holz bleiben und zur Not bricht das Kit nicht ein da es noch einen Holzträger durch die Leisten als Widerstand hat.
Nachdem die Fugen verklebt und verkantet sind habe ich mit Teilstücken angefangen die Glasfaserlagen aufzulegen. Für den Oberwasserbereich habe ich mich ebenfalls für eine 300g Matte in einer Lage entschieden da ich diese noch nachschleifen möchte und Dank der Stärke auch kann um dem Rumpf eine glatte Oberfläche zu geben. Ein kleines Beiwort zum Thema Glasfasermatte. Wenn man Glasfaser ohne Kanten verkleben möchte dann reißt man mit einem kammförmigen Gegenstand die Fasern am Rand aus. So kann Glasfaserriß auf Riß gelegt und geklebt werden ohne befürchten zu müssen das die Fläche instabil wird.
Jetzt braucht es die genaue Verarbeitungsroutine sonst wird es nix. Harz, Härter, Waage, Spachtel, Mixbecher, Verarbeitungsbecher, Rollen, Aceton, Entlüfterrolle .. Ja Koffein und Musik. In wiederkehrender Reihenfolge ging es jetzt ans Abwiegen des Harzes a 150g (Zu hohe Anmischdosen werden zu heiß und hinterlassen ein brüchiges Harz). Das angemischte Harz wurde mit einer Rolle auf der zu bearbeitenden Stelle aufgetragen. Im nächsten Schritt wurde die Matte auf die gewünschte Position gelegt und mit der Rolle und Harz erneut „einmassiert“. Es ist wichtig Blasenfrei zu arbeiten da Blasen Instabilität in der Harzstruktur erzeugen. Hierfür fährt man vorsichtig mit einer Entlüfterrolle/walze über die Matte aber so das die Matte getränkt bleibt. Da es die Temparaturen zugelassen haben, habe ich lediglich zum nachhärten mit einem Fön die klebrigen Stelle erhitzt. Hier gilt zu schnelle Hitze macht das Harz fester aber brüchiger. Weniger Hitze lässt es in der Form flexibler aber dafür härter.
So sieht dann auch der aktuelle Stand vom Laminieren aus und ich nehm gerne jetzt erstmal die Winterpause in Kauf und verpasse dem Kajütraum ein Makeover 🙂
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